Zahlenmäßig die größte und traditionsreichste Figur der Zeller Fasend — sie verleiht dem Umzug bis heute sein charakteristisches Gesicht.
- UrsprungAus Schilf, seit der Zeller Papiermühle (1583) aus Papierstreifen
- MerkmaleFarbige Papierstreifen auf Hose, Kittel und Hut
- Teilnehmer 1982rund 400
Dass man der Einfachheit und Haltbarkeit halber im Laufe der Zeit anstelle von Schilf Papierstreifen verwendete, wird heute allgemein angenommen — und bringt das "Bändele" in Verbindung mit der Zeller "Papieri", der 1583 errichteten Papiermühle. Seit 1928 greift man dabei gerne zu blauem Papier, was ältere Zeller auf die örtliche Herstellung von Zündholzschachtel-Papier zurückführen.
Es gibt sogar Hinweise auf einen möglichen Vorläufer aus Stoff: Im Nachlass der Reichsschultheißen-Witwe Anna Maria Spitzmüllerin findet sich 1790 ein "schwarzseiden Masken Schöbele mit rothen Bändlen garniert" — ob barocke Zeitmode oder tatsächlicher Vorläufer, die Grundidee des Bändele war offenbar schon damals vorhanden.
Einen handfesten fotografischen Beweis liefert ein Lichtbild von 1897, gefunden im Haus von Helene Volk: Vor einem Scheunentor stehen drei Narrengestalten, zwei davon eindeutig im Bändele-Häs.
Bis heute wird das Zeitungspapier von Hand geschnitten, zu rund 40 cm langen Streifen gerollt — mit dem Rücken eines Messers oder einer Schere — und in festen farblichen Kombinationen auf Hose, Kittel, Hut und Halskrause aufgenäht. Pro Person werden bis zu 8 kg Papier benötigt, das die Narrenzunft direkt von einer Papierfabrik bezieht. Mit rund 400 Teilnehmern (1982) ist das Bändele zahlenmäßig die größte und damit prägendste Figur der Zeller Fasend.