Von den Anfängen bis heute

Chronik

Ein Streifzug durch die Geschichte der Zeller Fasend — von den ersten Erwähnungen im 19. Jahrhundert bis zur Narrenzunft, wie wir sie heute kennen.

1783

Ein Fasnachts-Coup mit Folgen

Eine der ältesten überlieferten Geschichten der Zeller Fasend: An einem Fasnachts-Sonntag befreit eine bewaffnete Schar Reichsburen den gefangenen Zwölfer Gabriel Breig — ein Ereignis, das der Schriftsteller Heinrich Hansjakob später in seinem Werk "Der letzte Reichsvogt" festhielt.

Mitte 19. Jh.

Die "Narrhalla Zell"

Erste belegte Fasnachtsgesellschaft der Stadt. Der Name verrät den Einfluss auswärtiger Arbeiter der Zeller Keramischen Werke — Begriffe wie "Elferrat" oder "Prunksitzung" kamen über sie ins Zeller Brauchtum.

1901

Vom "Großen und kleinen Narrenrat"

Die Zeller Fasend wird politisch: Zum Motto "Die Buren und die Engländer" ruft eine "gemeine große Narrenversammlung" auf — unterzeichnet vom Narrenrat, der schon damals die Fäden in der Hand hielt.

1903

Die erste Fasendsgemeinschaft

Mit ihrem Straßenspiel "Schlechte Straßenbeleuchtung" treten die "Lohgäßler" erstmals als eigenständige Gemeinschaft in Erscheinung — die Geburtsstunde des Gemeinschafts-Gedankens, der die Zeller Fasend bis heute prägt.

1920er

Fasend trotz schwerer Zeiten

Wirtschaftliche Not, behördliche Auflagen und Jugendschutzverordnungen – die Fasend lässt sich trotzdem nicht unterkriegen. Der Elferrat hält an Kappenabend und Preismaskenball fest, wenn auch "in etwas einfacherer Weise".

1931–1936

Eine Lücke in der Geschichte

Für diese Jahre finden sich keine Protokolle. Erst 1961 lud der Narrenrat die noch lebenden Altnarren ein, um die Erinnerungen dieser Zeit mündlich festzuhalten und die Lücke zu schließen.

1953

"Die Wurzelkinder"

Ein Kinderumzug, der bis heute als besonders gelungen gilt: Jede Fasendsgemeinschaft gestaltet ein Bild aus dem gleichnamigen Märchen — vom Erwachen der Wurzelkinder bis zur Heimkehr im Herbst.

1960

Neue Satzung

Die Satzung wird überarbeitet — von nun an ist bewusst von "Fasnacht und Fasend" die Rede statt nur von "Fastnacht". Ein kleiner Wortwechsel mit großer Bedeutung für die alemannische Identität der Zeller Fasend.

23.02.1961

Eintragung ins Vereinsregister

Das Amtsgericht Gengenbach trägt die "Narrenzunft Zell a. H." offiziell ins Vereinsregister ein. Von da an können auch Frauen Mitglied werden und jedes Narrengewand tragen.

1974

Neues Ratsgewand

Der Narrenrat erhält ein neues, einheitliches Ratsgewand — ein sichtbares Zeichen der gewachsenen Tradition und des Selbstverständnisses als Hüter der Zeller Fasend.

1980

"Kinderträume werden wahr"

Beim großen Kinderumzug ziehen alle Fasendsgemeinschaften mit prachtvoll gestalteten Wagen mit — von der Ballonfahrt der Klein-Pariser bis zum Wilden Westen der Städtler. Ein Fest, das zeigt, wie lebendig das Miteinander der Gemeinschaften ist.

Heute

Weitergelebte Tradition

Die Narrenzunft und ihre Fasendsgemeinschaften tragen die alemannische Fasend mit Herz, Häs und Hingabe weiter — Jahr für Jahr, Generation für Generation.

Hoorig isch die Katz

Diese Chronik lebt von Geschichten, Bildern und Erinnerungen. Habt ihr Ergänzungen oder alte Fotos?

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