Ein Häs aus rund 1800 Spielkarten — eingeführt um 1934 und seither fester Bestandteil des Zeller Narrenquartetts.
- Eingeführtum 1934, von Ernst Thoma
- Merkmaleca. 1800 Spielkarten (~3 kg), dachziegelartig genäht
- Teilnehmer 198232
Anders als das altehrwürdige Bändele wurde der Spielkartennarro erst zwischen den beiden Weltkriegen in Zell heimisch. Der Überlieferung nach führte ihn Ernst Thoma um 1934 ein — als eine von zwei "jüngeren" Figuren, die sich seither harmonisch in die alemannische Tradition der Zeller Fasend einfügen.
Für sein Gewand braucht der Spielkartennarro rund 1800 Karten, die zusammen etwa 3 kg wiegen und dachziegelartig auf Hose und Kittel aufgenäht werden — auch der breitrandige Hut ist vollständig mit Spielkarten besetzt. Die Maske entspricht der des Bändele, als Utensil dient eine hölzerne Streckschere, wie sie auch der Schneckenhüslinarro trägt.
Spielkarten-Narrengestalten haben in der alemannischen Fasnacht eine lange Tradition: Schon Ende des 15. Jahrhunderts tauchen sie beim Nürnberger "Schembartlauf" auf, und auch in den Orten Oberrieth und Effingen ist die Figur bekannt. Zell reiht sich damit in eine größere, überregionale Erzähltradition ein.
In den Anfangsjahren wurden die benötigten, "abgedroschenen" Kartenspiele noch an den Stammtischen zusammengebettelt — heute bezieht man das Material als Fehlware direkt beim Hersteller. 1982 zählte man in Zell 32 Spielkartennarros.