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Welschkorn

Welschkorn-Figur der Narrenzunft Zell am Harmersbach

Ein Häs aus Maisblättern, das an die bäuerlichen Wurzeln der Zeller Fasend erinnert — robust, langlebig und sogar waschmaschinenfest.

  • MerkmaleMaiskolbenhüllenblätter auf Hose, Kittel und Hut
  • BesonderheitSeit 1972 mit Strohschuhen
  • Teilnehmer 198218
Hoorig isch die Katz

Beim Welschkornnarro werden die Hüllenblätter des Maiskolbens — auf Alemannisch "Welschkorn" — auf Hose und Kittel genäht, ebenso auf den breitkrempigen Hut. Maske und Farrenschwanz mit der "Saublooder" gleichen dabei denen des Bändele.

1970 setzte sich der damalige Zunftmeister persönlich dafür ein, den Welschkornnarro wieder mehr in den Vordergrund zu rücken: Die Fertigung des Kostüms sei nicht schwer, Material gebe es genug, und ein fertiges Kostüm halte deutlich länger als ein Bändele-Häs — es lasse sich sogar in der Waschmaschine waschen.

1972 beschloss der Narrenrat, dass der Welschkornnarro stilgerecht Strohschuhe tragen solle. Zehn Jahre später, 1982, zählte man in Zell 18 Welschkornnarros.

Eine Fachzeitschrift für schwäbisch-alemannische Fastnacht führte die Zeller Narrengestalten einst unter dem Namen "Tabak-Narro" auf — der Berichterstatter hatte die Maisblätter offenbar mit Tabakblättern verwechselt. Ein charmanter kleiner Irrtum, der bis heute gerne erzählt wird.